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Foto1: David Brandt, Foto 4: Susanne Hampe, Fotos 2,3,5: Birgit Schuh


Kunsthaus Dresden / Städtische Galerie für Gegenwartskunst
KIRUNATOPIA - Kunst zu Landschaft und Ressourcen

Ausstellung 21.11.2014 – 15.03.2015


FELSVERLAUF 1785/2014
Videoinstallation, 14:30 min, Projektion auf Polystyrolplatten
Polystyroldruck, gestempelt, Schutzhülle, Edition Auflage: 9

Birgit Schuh / Christoph Rodde / Susanne Hampe

Das felsige Flusstal der Weißeritz im Südwesten von Dresden ist in mehreren historischen wie auch naturräumlichen Aspekten einzigartig. So finden sich dort Spuren bronzezeitlicher Siedlungen, Fossilien aus dem Pleistozän, Ruinen aus der Frühzeit der Industrialisierung neben verwilderten Gärten, Steinbrüchen und Weinterrassen. Zu Zeiten Augusts des Starken diente das Tal als Bühne für die „Planetenfeste“, später, in der Romantik, wurde es zum Motiv vieler noch heute bekannter Gemälde.
Aktuell ist das einst als eine prototypische ‚wilde‘ romantische Landschaft gepriesene Tal vorwiegend ein Transitraum. Es wird neben dem ursprünglichen Flusslauf von einer Bahnlinie, einer Straße und einem Wanderweg durchzogen. Grundlagen der Videoarbeit sind der heutige Zustand des Flusstals und eine Karte der Berliner Meilenblätter (Blatt 261) von 1785. Das Tal wurde durch mehrere Steinbrüche auf nahezu doppelte Breite erweitert.
Die Karte zeigt mit bemerkenswerter Genauigkeit den Verlauf der Felskante vor den massiven menschlichen Eingriffen durch den Steinabbau.
Die Videoaufnahmen entlang der Koordinaten 51.030153, 13.701436 bis 51.022542, 13.695750 und 51.021752, 13.695857 bis 51.029587, 13.701608 zeigen das Tal heute. Für den Überflug wurde eine Kameradrohne benutzt, deren Linse zu einem Drittel abgedeckt wurde. Der ursprüngliche Felsverlauf, aber auch die gravierenden Spuren der Industrialisierung werden aus der Vogelperspektive sichtbar. Die weiße Abdeckung verdeckt die Teile des Tales, die 1785 noch im Fels verborgen waren.
(Christiane Mennicke-Schwarz, Kunsthaus Dresden)

Die Karte FELSVERLAUF 1785/2014 ist eine Edition in einer Auflage von 9 Exemplaren mit einer Wanderkartenfaltung in Schutzhülle.